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Welche Medikamente machen Wechselwirkungen mit Alkohol?
Eine ausführliche Auflistung der Medikamentenreihen, die mit Alkohol
interagieren.
Eine Initiative der MS-Wir bleiben aktiv Gruppe
Textquellen s. Quellenverzeichnis:
HP01, HP02, HPDNB
HP03E, HP04E, HP05E, HP06E
HP07E
AMI-W/C
Alkohol meiden! Schwere Wechselwirkungen möglich!
Moderater gelegentl.Alkoholkonsum mit Umsicht möglich. Überdosierung vermeiden, zeitl. Abstand zum Medikament wahren
Keine nennenswerten Wechselwirkungen beschrieben, Achtsamkeit bei Alkoholkonsum !!!
Folgende Ausarbeitung soll Ihnen helfen, ein besseres Verständnis über die potenziell schädlichen bis tödlichen Auswirkungen von Alkohol-Medikamenten-Wechsel-
wirkungen zu bekommen. Die Informationenen dieser Tabelle sind nicht als alleinige Grundlage für sicheren Alkoholkonsum bei laufender Medikamenteneinnahme zu
betrachten! Die Auswahl der Präparate bezieht sich auf in Deutschland zugelassene, häufig verwendete und bekannte systemische (oral, rektal, i.v.) Therapeutika.
Es sind nur die Medikamentenreihen aufgelistet, die bisweilen hinsichtlich der Interaktion mit Alkohol auffällig geworden sind. Die Informationen stammen aus
neuesten Quellen, wurden sorgfältig ausgewählt und mit Rückwärtskontrollen überprüft. Wenn Sie ein Medikament einnehmen, das in keiner der Listen zu finden ist,
wurden mit hoher Wahrscheinlichkeit keine nennenswerten oder gehäuft auftretenden Wechselwirkungen mit Alkohol beobachtet und als statistisch bedeutungsvoll
niedergeschrieben. Gehen Sie achtsam und mit nötigem Respekt vor. Zu Ihrer Sicherheit fragen Sie bitte bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach.
4. PSYCHOPHARMAKA und Alkohol
4.2. NEUROLEPTIKA /ANTIPSYCHOTIKA (Neuroleptics/ Antipsychotics and Alcohol)
Allgemeine Hinweise:
Dass diese Medikamente, die gegen akute Psychosen und deren Symptomatik wie Halluzinationen und Wahn eingesetzt werden,
schon ausgehend von der zu behandelnden Grunderkrankungen nicht mit Alkohol gepaart werden sollten, spricht für sich selbst.
Dennoch werden wir die Wirkstoffgruppen und was in Kombination mit Alkohol passiert genauer behandeln. Neuroleptika selbst sind
psychotrope Substanzen und wirken im Allgemeinen antipsychotisch, auf die Psychomotorik und mitunter stark sedierend
(beruhigend, dämpfend), Grundlage für pkarmakodynamische wechselseitige Wirkungsverstärkungen! Alkohol kann zu schweren bis
lebensbedrohlichen Wechselwirkungen mit diesen Medikamenten führen: übermäßige sedative Wirkung bis schwere Benommenheit,
Störung der Herz-und Atemfunktion, Koma, Tod, erhöhte Unfallgefahr, v.a. bei älteren Menschen. Zu beachten sind Symptome des
extrapyramidalen - motorischen Syndroms, die hervorgerufen oder deutlich verstärkt werden können.
4.2.1. Phenothiazin-Derivate und Alkohol:
Promethazin und Alkohol (...®, Atosil®, ), Perphenazin und Alkohol: () Die Kombination mit Alkohol führt zu verstärkter
Sedierung (Reaktionsvermögen beachten!) bis hin zu Benommenheit, in Verbindung mit hohen Dosen des Medikamentes bis
hin zu starken Bewußtseinstrübungen versch. Stadien, Herz-Kreislauf-Problematiken und Atemdepression.
Levomepromazin und Alkohol: () Stark sedierendes Med., pharmakodynamischen Effekt mit Alkohol unbedingt beachten.
Achtung! Akute Intoxikation mit Alkohol!
Chlorpromazin (Thorazine®), Fluphenazin, Prochlorperazin: Akuter Alkoholkonsum steigert die sedative Wirkung dieser
Medikamente bis hin zu potentiell tödlichen Atembeschwerden (Atemlähmung). Die übermäßige ZNS-Dämpfung führt zu
Koordinationsstörungen. Im Allgemeinen steigt das Risiko für die Ausbildung einer für Antipsychotika(D2-Rezeptoren-Blocker)
typischen Symptomatik, dem “extrapyramidalen Syndrom”, einhergehend mit Störungen des Muskeltonus und der
Bewegungsabläufe: mit Muskelsteife(Rigor), Muskelzittern (Tremor), Bewegungsarmut (Hypokinese, Mimikstörungen
(Maskengesicht)), und auch mit Gangstörungen (Parkinsonismus, Akathisie, Dystonie, Spätdyskinesie, die hyperkinetische
Form mit schleudernden Bewegungen (Chorea, Ballismus), Grimassieren u. Athetose).Alkohol trägt zur Verminderung von
Dopamin und Calcium bei und senkt damit die Widerstandsfähigkeit gegen neurotoxische Wirkungen.
Chronischer Alkoholkonsum führt in dieser Kombination zu schweren Leberschäden.
Von Alkoholkonsum bei Einnahme dieser Medikamentenklasse ist dringenst abzuraten!!!
4.1.4. Andere Antidepressiva und Alkohol:
Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI) und Alkohol:
Duloxetin und Alkohol (Cymbalta®, Ariclaim®, Yentreve®): Es wird ausdrücklich zur Vorsicht bei Kombination Duloxetins
mit
Alkohol und auch mit anderen zentral wirksamen Arzneimitteln aufgerufen. Es kann zur starken wechselseitigen
Wirkungsverstärkung kommen (pharmakodynamisch). Weiterhin ist Duloxetin ein moderater Hemmer von CYP2D6 und ein
starker Hemmer von CYP1A2! (Cytochrom P450 Enzymen). Dies kann zu problematischen pharmakokinetischen
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln führen, die über diese Enzyme metabolisiert werden. Da Alkohol ebenfalls ein
CYP1A2-Hemmer ist, erhöht sich der Wirkstoff-spiegel von Duloxetin um ein Vielfaches. Dieses Verhalten kann zu einer
Intoxikation führen! Schwere Vergiftungen in Zusammenhang mit höheren Dosen des Medikamentes können lebensbedrohliche
Zustände hervorrufen und zum Tode führen. Es ist ebenfalls das Serotonin-Syndrom zu beachten. Duloxetin sollte keinesfalls
mit Alkohol im Körper zusammenkommen!
Interessant ist, dass Raucher andererseits einen bis zu 50% gesenkten Wirkstoffspiegel aufzeigen, da Tabak ein CYP1A2-
Induktor ist, also höher dosiert werden muß.
Venlafaxin und Alkohol: (...®, Trevilor®, Venlagamma®, Venlasan®) Eine erhöhte Anfälligkeit für Krampfanfälle als
alkoholbedingte Wechselwirkung wird noch diskutiert; aus Vorsicht sollte kein Alkohol getrunken werden oder ist wenigstens
auf ein Minimum zu beschränken! Das Mittel sollte keinem Patienten verschrieben werden, der Alkoholmissbrauch betreibt.
Selektive Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (NARI) und Alkohol:
Reboxetin und Alkohol (Edronax®, Solvex®): Es wurden keine kognitiven oder psychomotorischen Beeinträchtigungen
beobachtet, auch wenn das Arzneimittel zusammen mit Alkohol genommen wurde. Vorsicht beim Bedienen von Maschinen und
beim Autofahren.
Selektive Noradrenalin/Dopamin-Wiederaufnahme-Hemmer (NDRI) und Alkohol:
Bupropion und Alkohol (Elontril®, Zyban®) Eine erhöhte Anfälligkeit für Krampfanfälle als alkoholbedingte Wechselwirkung
wird noch diskutiert; aus Vorsicht sollte kein Alkohol getrunken werden oder ist wenigstens auf ein Minimum zu beschränken!
Das Mittel sollte keinem Patienten verschrieben werden, der Alkoholmissbrauch betreibt. Ebenso erfordern Alkoholentgiftung
oder sonstige Ereignisse, die eine erhöhte Krampfbereitschaft verursachen können, eine Therapieentscheid-ung bzgl.
Bupropion. Bei gleichzeitigem Alkoholkonsum kommt es seltener zu neuro-psychichiatr. Nebenwirkungen oder verminderter
Alkoholtoleranz.
Weitere:
Trazodon (SARI) und Alkohol: Alkohol steigert die sedative Wirkung
Agomelatin und Alkohol: (Valdoxan®) Da Alkohol ein CYP1A2-Hemmer ist die gleichzeitige Anwendung mit Alkohol zu
vermeiden. Wenig Datengrundlage.
1. Antiinfektiva
1.1. Antibiotika
1.2. Sonstige
1.3. Antimykotika
2. H1 Antihistaminika
Antiallergika
Grippostatika/
Erkältungsmittel
3. Analgetika
3.1.
3.2.
3.3.
4. Psychopharmaka
4.1. Antidepressiva
4.1.1. Tri-, und Tetrazyklische
Antidepressiva, (TZA)
4.1.2. MAO-Hemmer
4.1.3. SSRI
4.1.4. Andere Antidepress.
4.2. Neuroleptika/
Antipsychotika
4.2.1. Phenothiazin
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